Was wollen Sie bewirken?

Um etwas bewirken zu können, braucht es eine klare Vorstellung davon, was sich ändern soll. Allgemeine Zielrichtungen wie "mehr Zusammenhalt", "Attraktivität des Ortes" oder "Zuzug durch junge Menschen" sind Startpunkte, von denen aus jedoch konkretere Ziele entwickelt werden sollten. Um Ihre Ziele bestmöglich definieren und in einen Prozess übersetzen zu können, braucht es jetzt vor allem Inspiration, Weiterbildung und die Vernetzung mit potenziellen Partner- und Expert*innen. Die Vision, die am Ende entsteht, sollte nicht zu vage sein, aber auch nicht zu spezifisch, damit genug Offenheit für die Entwicklung durch eine mögliche Nutzer- / Betreiber*innen-Gruppe bleibt.

Auf dieser Seite

…erfahren Sie, wie Sie Ihre Wünsche für Gemeinde, Stadt oder Region anhand eines konkreten Gebäudes – und unter Einbindung verschiedener Akteursgruppen – in greifbare Ziele + Kriterien verwandeln können.

Ich finde, dieser Satz "Eigentum verpflichtet" heißt für eine Kommune auch, Immobilien über den reinen Geldwert oder eine Mieteinnahme für die Stadtentwicklung einzusetzen. Das ist es, was wir in Angermünde machen. Wir gucken nicht, was unterm Strich steht und bewerten diese Zahl, sondern wir sehen, nutzen und fördern Effekte, die man auf andere Weise gar nicht generieren kann. Die kann ja im Grunde auch keiner bezahlen.

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Frederik Bewer / Bürgermeister

Stadt Angermünde

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Neue Ideen zulassen

Modellprojekt in Angermünde

Auf der Kick-Off Veranstaltung zum Beginn des Modellprojekts kamen alle wichtigen Mitarbeiter*innen der Stadt und des Bauamtes, Vertreter*innen aus der Gemeinde und dem Netzwerk zusammen. Die Beteiligten wurden auf einen gemeinsamen Kenntnisstand gebracht und ein erster Erwartungsabgleich wurde vollzogen!


Mehr zum Modellprojekt

Kurz gesagt

  • 1

    Klare Vision für Gemeinde und Region entwickeln

  • 2

    Kriterienkatalog und Vergabebedingungen definieren

  • 3

    Bevölkerung einbeziehen

  • Genaue Ziele abstecken

    Impulsstarke Projekte erzählen dank kreativer Macher*innen neue Geschichten über ihre Orte: durch Kulturveranstaltungen, touristische Angebote, neue Start-Ups und Initiativen. Sie erzeugen dabei mediale Aufmerksamkeit und entwickeln wichtige Alleinstellungsmerkmale für die Kommune. Sogenannter Kreativimport kann zum wichtigen Ziel werden, wenn es darum geht, neue Entwicklungen anzustoßen. Vernetzen Sie sich dazu mit lokalen und überregionalen Initiativen und lernen Sie die Zielgruppe kreativer Entwickler*innen kennen und verstehen, indem Sie verschiedene Projekte selbst besuchen. Nicht jede Kampagne passt zu jedem Ort, reflektieren Sie kritisch über die Potenziale Ihrer eigenen Region.

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    Offen für Neues

    Das Konzept für das E-Werk hatte anfangs unsere Vorstellungskraft gesprengt. Das mussten wir erstmal zulassen, dort zu experimentieren. Aber wir unterstützen, wo wir können - sei es finanziell oder durch Beratungsleistung in der Verwaltung.

     - Photo: © Stadt Luckenwalde
    Elisabeth Herzog von der Heide / Bürgermeisterin von Luckenwalde

    Best-Practice-Beispiele und Referenzprojekte inspirieren und geben Denkanstöße. Besuchen Sie interessante Projekte in Ihrer Nähe, schauen Sie sich Immovielien, Neulandgewinner, Kreativorte und Zukunftsorte auf den jeweiligen Web-Plattformen an oder buchen Sie einen Impulsvortrag vom Netzwerk Zukunftsorte, in dem eine Auswahl passender Projekte vorgestellt wird. Das motiviert auch Mitwirkende zur Zusammenarbeit. 

    „Wir haben in der Stadt lauter Einzelfälle, die völlig unabhängig voneinander zu behandeln sind. Wenn wir durch externe Expertise an einen gewissen Wissensstand anknüpfen können, braucht man natürlich das Pferd nicht von hinten aufzäumen.“

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    Klemens Reimann /

    Bauamt Angermünde

    Aus Sicht der Akteure

    Hier erfahren Sie, wie Akteure Wandel vor Ort gestalten.

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    Schritt 1: Eigene Bedarfe benennen

    Nun gilt es, Ihre eigenen Wünsche konkret zu formulieren und herauszuarbeiten, welche Rolle das Projekt oder die Immobilie in einem übergeordneten Kontext spielen soll. Stellen Sie dazu folgende Fragen:

    • Gibt es konkrete Wünsche oder Bedarfe in der Kommune, bei den Bürger*innen oder bei Ihnen selbst als Eigentümer*in?

    • Liegen in Ihrer Gemeinde Strategien wie ein (integriertes) Stadtentwicklungskonzept (INSEK, STEK) oder Ähnliches vor, in die sich das Projekt einfügen könnte?

    • Welche Rolle wollen Sie in der Entwicklung und im späteren Betrieb übernehmen?

    Zu diesem Zeitpunkt können Sie auch die Bürger*innen einbeziehen und ihre Bedarfe und Ideen abfragen. Verschiedene Dienstleister und Experten bieten hierzu Einzel-Workshops oder umfangreiche Beteiligungsprozesse an.

    Es kommt uns zugute, dass der Eigentümer besonders an Kunst- und Kultur interessiert ist.

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    Danilo Kuscher / Gründer und Initiator

    Kühlhaus Görlitz

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    Die Fäden zusammenhalten – eine wichtige Aufgabe von Wegbereiter*innen

    | Foto: Eric Birnbaum

    Schritt 2: Eigene Rolle definieren

    Je nach Eigentümerstruktur nehmen Sie als Gemeinde oder Privateigentümer*in sowohl in der Entwicklung, als auch im langfristigen Betrieb unterschiedliche Rollen ein.

    Bürgermeister als Anschieber

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    Marco Beckendorf / Bürgermeister

    Wiesenburg (Mark)

    Eine Kommune kann als Eigentümerin verschiedene Rollen haben: sie kann sowohl Verpächterin als auch Verkäuferin, Unterstützerin und Prozessmanagerin oder sogar Mitnutzerin sein. Der Grad der inhaltlichen Mitgestaltung und finanziellen Unterstützung hängt von den jeweiligen Zielen, Kapazitäten und eventuellen Erfahrungen ab. Über alle Rollen hinweg werden innerhalb Ihrer Verwaltung neue Kompetenzen im Bereich des Projektmanagements, der Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung gefragt, aber möglicherweise zu unterschiedlichen Phasen des Prozesses (stärker) relevant sein.

    Unser Ziel ist es, aus diesem Prozess zu lernen, Arbeitsschritte und eine Arbeitsweise zu entwickeln und Grundlagen zu schaffen, um den Prozess auch an anderen Stellen immer wieder durchführen zu können.

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    Christin Neujahr / Öffentlichkeitsarbeit/Bauamt Angermünde

    Auch als Eigentümer*in können Sie entweder eine verwaltende Rolle einnehmen oder aktiv mitgestalten und die Finanzierung oder mit fachlichem Know-How unterstützen. Sie können als einzelne Privatperson, als Erbengemeinschaft, Genossenschaft, Verein oder auch als Stiftung auftreten.

    Eine gewisse respektvolle Distanz, wie es unter Geschäftspartnern üblich ist, bleibt. Aber es ist alles sehr wohlwollend und ich habe das Gefühl, mich auf Augenhöhe mit ihm unterhalten zu können.

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    Danilo Kuscher / Gründer und Initiator

    Kühlhaus Görlitz

    Ich habe meine finanzielle Unterstützung zugesagt, damit die Gruppe am Anfang auf die Beine kommt.

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    Hans van Leeuwen / Eigentümer

    Kühlhaus Görlitz

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    Workshop zum Abgleich von Zielen und Möglichkeiten

    Foto: Eric Birnbaum

    Ich empfehle, dass man sich als Eigentümer im Vorfeld überlegt, was man mit dem Haus oder Grundstück machen möchte.

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    Erbengemeinschaft /

    Gut Ziegenberg

    Schritt 3: Ziele abgleichen

    Kommunale Vertreter*innen, Mitarbeiter*innen der Fachbereiche und Projektakteure sowie externe Partner*innen haben oft sehr unterschiedliche Vorstellungen und Anforderungen an ein Projekt. Planen Sie Zeit ein, z.B. im Rahmen eines gemeinsamen Workshops, um die verschiedenen Interessen aller Beteiligten auf einen Nenner zu bringen. Je nach Eigentümer*innen-Konstellation stecken Sie in diesem Schritt auch grundlegende Zuständigkeiten ab.

    Als Einzelperson ist der Zielabgleich besonders mit der Gruppe relevant: welche Nutzungen streben die Akteure an und wie passt das zu Ihren Zielen? Auch hier hilft ein gemeinsamer Workshop. Als Erbengemeinschaft einigen Sie sich zunächst auf ein gemeinsames Verständnis Ihrer Rolle als Eigentümer*innen, bevor Sie in Verhandlung mit der Gruppe treten. In Bezug auf Zeit- und Kostenrahmen, aber auch inhaltliche Vorstellungen, sollten Sie an einem Strang ziehen, wenn Sie ihr Gebäude in die Hände einer Gruppe geben.

    Modellprojekt in Angermünde

    Über große Lagepläne gebeugt wurden alle Immobilien gemeinsam gesichtet. Via Ausschlussverfahren sind bereits ein paar Gebäude von der Liste verschwunden. In diesem Schritt hat bereits der erste Visions- und Machbarkeitsabgleich zwischen den Vorstellungen der Stadt und den Möglichkeiten der Gebäude stattgefunden.


    Mehr zum Modellprojekt

     - Photo: Eric Birnbaum
     | Photo: Eric Birnbaum

    Schritt 4: In Strategien einbetten

    Je mehr wir in die Richtung unternehmen, umso besser wird es funktionieren. Wir entwickeln eine Professionalität und bauen darüber ein Image, aber auch Glaubhaftigkeit auf. Und das braucht Zeit.

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    Marco Beckendorf / Bürgermeister

    Wiesenburg (Mark)

    Entwicklungsstrategien für die Kommune und das Thema der Bestandsentwicklung können vielfältig zusammenwirken. Wenn bereits ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK) oder ein Dorfentwicklungskonzept vorliegt, gleichen Sie jetzt Bedarfe und Problemlagen in Ihrer Region mit Lage und Struktur einzelner Bestandsgebäude ab. Auch für Sie als Eigentümer*in kann das kommunale Entwicklungskonzept Inspiration und Richtschnur sein.

    • Was sind die wichtigsten Bedarfe in der Bevölkerung? Wo liegen die größten Fehlstellen?

    • Welche Ziele lassen sich möglicherweise miteinander kombinieren?

    • Was muss die Entwickler-Gruppe leisten können, um bestimmte Nutzungen umsetzen zu können?

    • Welche Potenziale und Herausforderungen stellen sich für die (Um-) Nutzung einer spezifischen Immobilie?

    • Welcher grobe Zeit- und Kostenrahmen ergibt sich aus Ihrem Ansatz?

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    Ansprüche stellen

    Die Bestandsentwicklung kann aber auch genutzt werden, um in die Entwicklung einer neuen Gesamtstrategie zu starten. Dann bietet sich an, bereits im ersten Schritt der Analyse des Ist-Zustands auch gezielt Bestand und Leerstand zu erfassen und vorhandene und benötigte Ressourcen in die Strategie mit einzubeziehen.