Entscheidung für’s Gemeinwohl

Die heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen sind deutlich, wir sehen sie als Chancen. Städter*innen zieht es aufs Land. Die Arbeitswelt verändert sich in rasendem Tempo. Die Dringlichkeit von Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist existenzieller denn je. Das erfordert ein neues Verständnis im Umgang mit sozialer Gerechtigkeit und Bodenpolitik. In der „koproduktiven Stadtentwicklung“ entwickeln Kommunen, Unternehmen und Zivilgesellschaft gemeinsam Lösungen für ein vielfältiges Zusammenleben, das soziale, ökonomische und ökologische Ziele miteinander verbindet. Durch die flexible Nutzung von Freiräumen entstehen eigenständige, resiliente Projekte, die auch langfristig zur Daseinsvorsorge vor Ort beitragen.

Auf dieser Seite

…erfahren Sie, welche konkreten Effekte und Mehrwerte Sie durch die ko-kreative Entwicklung von Bestandsgebäuden mit verschiedensten Akteuren erzielen können und finden dazu eine Reihe gelungener Praxisbeispiele sowie unterstützende Partner*innen.


Kurz gesagt:

  • 1

    Belebende Effekte in der Region für mehr Lebensqualität

  • 2

    Starke Infrastrukturen und Angebote der Daseinsvorsorge

  • 3

    Nachhaltige Lösungen durch breite Kooperationen

  • Gemeinwohlorientierung stellt damit die soziale Wirkung vor die finanzielle Rendite. Damit gemeinwohlorientierte Projekte im ländlichen Raum gelingen, müssen sie von intrinsisch motivierten Personen mit Know-How getragen werden. In den letzten Jahren haben sich verlässliche Unterstützungsstrukturen entwickelt, die mit Praxiserfahrung, Expertise und erfolgreichen Beispielprojekten den Wandel positiv vorantreiben. Der gemeinsame Prozess fördert Teilhabe, Demokratie, neue Allianzen und stärkt den sozialen Zusammenhalt.

    Je besser die Rahmenbedingungen für ein Engagement der Zivilgesellschaft sind, umso bunter, lebenswerter und nachhaltiger werden unsere Städte und Regionen.

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    Jörn Luft / Geschäftsstelle

    Stiftung trias

    Gemeinwohlorientierung stellt damit die soziale Wirkung vor die finanzielle Rendite. Damit gemeinwohlorientierte Projekte im ländlichen Raum gelingen, müssen sie von intrinsisch motivierten Personen mit Know-How getragen werden. In den letzten Jahren haben sich verlässliche Unterstützungsstrukturen entwickelt, die mit Praxiserfahrung, Expertise und erfolgreichen Beispielprojekten den Wandel positiv vorantreiben. Der gemeinsame Prozess fördert Teilhabe, Demokratie, neue Allianzen und stärkt den sozialen Zusammenhalt.

    Wir sind alle Teil derselben Entwicklung

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    Stephanie Kuntze / stellv. Bürgermeisterin Herzberg (Elster)

    Die Menschen gehen dahin, wo was los ist und sie kooperieren dort, wo sie die Möglichkeit zur Partizipation haben

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    Claudia Muntschik / Beratung,Vernetzung,Ostsachsen

    Kreatives Sachsen

    Teilhabe, Zusammenhalt, Lebensqualität

    An dieser Stelle teilen wir unser Verständnis von den Möglichkeiten und Effekten gemeinwohlorientierter Immobilienentwicklung – angereichert mit konkreten Praxisbeispielen, anhand derer wir Ihnen Argumentationsgrundlagen und Inspiration vermitteln wollen, um auch Ihre Immobilie in eine neue Zeit zu führen. Nutzen Sie Ihre Chancen und leisten Sie einen Beitrag zur gesellschaftlichen Veränderung!

    Der lange Atem zahlt sich aus...

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    Frederik Bewer / Bürgermeister

    Stadt Angermünde

    Best Practice

    So schafft man Teilhabe, Zusammenhalt, Lebensqualität

    Hier finden Sie Best Practice Beispiele für Orte, die Lebensqualität durch die Unterstützung von offenen Treffpunkte, Coworking, Unternehmertum und Digitalisierung geschaffen haben.

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    Zuzug

    Um Menschen vor Ort zu halten und neue anzuziehen, muss eine Gemeinde attraktiv sein. Der Zuzug von sozial Engagierten, Entrepreneur*innen und kreativen Köpfen ist eine Chance für Kommunen, die Unterstützung für ihre zukunftsfähige Ausrichtung suchen.

    Projekte, die gemeinwohlorientiert entwickelt werden, erschaffen oft offene Begegnungsorte, die Austausch ermöglichen und Bewegung in und um den Ort bewirken. Auch in Gegenden fernab der Großstädte bieten sie Raum zum gemeinsamen Arbeiten, für Freizeitaktivitäten, Vernetzung oder Weiterbildung. Neue Menschen, neue Angebote, neue Begegnungen. Durch das gesteigerte Interesse entsteht eine Sogwirkung, die dazu führen kann, dass noch mehr Menschen zuziehen und weitere Angebote und Orte entwickeln. Ein selbstverstärkender Anschub für Lebendigkeit und Lebensqualität. 

    In einem Gespräch ist schon rausgekommen, dass genau dieser offene Treffpunkt im “Haus mit Zukunft” für eine junge Familie ein Faktor für ihre Entscheidung war, nach Angermünde zu ziehen. Also auch dadurch kann man Zuzug unterstützen. Sowas gehört eben für manche Menschen einfach dazu, dass sie merken, da ist eine Stadtgesellschaft und eine Verwaltung, die offen sind.

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    Frederik Bewer / Bürgermeister

    Stadt Angermünde

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    Die Kreativen und Digitalarbeiter*innen schätzen die lockere Atmosphäre – und haben den Ort international bekannt gemacht. | Foto: Coconat

    Im Dorf Klein-Glien hat das Projekt ein ungenutztes Landhotel in eine neue Nutzung überführt. Einer der Hauptfaktoren für den Standort war die Offenheit und Innovationsbereitschaft der angrenzenden Gemeinden Bad Belzig und Wiesenburg/Mark. Das u.a. mit dem deutschen Tourismuspreis ausgezeichnete Projekt wurde zum Anziehungspunkt für digital-affine Menschen und moderne Arbeitskultur. Diverse Medienberichterstattung rückte den Ort sowohl regional als auch international in den Fokus der Aufmerksamkeit.

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    Kinder lieben die Ferienwerkstätten des heimatHOFs | Foto: Jana Dünnhaupt

    Im heimatHOF Gut Ziegenberg im Harzer Städtchen Ballenstedt ist viel los. Schuld daran ist eine Gruppe junger Mütter, die in der Kleinstadt Ballenstedt bereits aufgewachsen und nach dem Studium zurückgekehrt ist. Sie beschlossen, die Kleinstadt zu beleben und – auch mit Blick auf ihre Kinder – zu einem Ort mit vielfältigen Angeboten für Jung und Alt zu machen. So wurde ein leerstehender Vierseithof im Zentrum der Altstadt zur Anlaufstelle für Ideen der Ballenstädter*innen: Kunstprojekte mit Kindern, die Belebung leerstehender Ladenlokale, der Podcast “Harzer Kleinstadt-Kaleidoskop” oder eine Ferienwerkstatt für Jugendliche.

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    70 Personen, inklusive Kinder, sind mittlerweile Teil der Hofgruppe – und damit auch des Dorfes Prädikow. | Foto: Viva Körner

    Die Integration ins 250-Einwohner*innen-Dorf Prädikow war den 70 Personen der Hofgruppe von Beginn an ein Anliegen. Um Gemeinschaft und Kennenlernen zwischen Einheimischen und Zuziehenden zu ermöglichen, sollte in einer maroden Scheune ein gemeinsamer Treffpunkt entstehen. Der Sanierung wurde ein partizipativer Prozess mit engagierten Dorfbewohner*innen vorgeschaltet, in dem die künftigen Nutzungen festgelegt und der Architekturentwurf angepasst wurde. Ein gemischtes Team aus Hof- und Dorfbewohner*innen testete gemeinsam Nutzungsbeispiele: ein prototypisches Dorf-Wohnzimmer, ein Kreativ-Treff, ein Sommercafé für Radfahrer. Als die Scheune Prädikow 2021 eröffnete und die ersten Bewohner auf Hof Prädikow einzogen, war die anfängliche Skepsis neuen Freundschaften und dem Stolz auf das gemeinsam Geschaffte gewichen. Heute wird die Scheune vom Hof Prädikow e.V. betrieben, unterstützt von den “Freunden der Scheune” aus Dorf und Umfeld.

    Langfristige Sicherung von Immobilien

    Stiftungen, Genossenschaften und Betreiber*innen mit Gemeinwohlinteresse haben die langfristige Sicherung von Immobilien im Blick und bieten eine Alternative zu Spekulation und kurzfristiger Rendite. Zukunftsorte zeichnen sich durch multifunktionale Nutzungen aus, sind flexibel aufgestellt und durch ihre verschiedenen Standbeine besonders krisenfest. Die Haltung der Bewohner*innen und Betreiber*innen hat die nächste Generation im Blick und schafft „enkeltaugliche“ Lösungen.

    Es gibt Immobilienbesitzer, die ihre Immobilien ganz bewusst mit einer langfristigen Gemeinwohlorientierung verkaufen oder schenken möchten.

    Christoph Langscheid / Stiftung Edith Maryon

    Warum sollten Kommunen ihre Immobilien möglichst nie meistbietend verkaufen?

    Tipp

    Cradle to cradle im Bau

    Die Cradle to Cradle NGO will Potenziale und Lösungen für eine kommunale Entwicklung anbieten, die neue Wertstoff-Kreisläufe im Blick hat und über das Streben nach Klima- oder Energieneutralität hinaus geht. Der kommunale Bau ist ein enormer Hebel, um die Transformation eines heute linearen in einen zirkulären Bausektor zu beschleunigen. Nun gibt es einen informativen Leitfaden dazu. Viele Inhalte sind auch für Eigentümer*innen relevant.

     - Foto: Eric Birnbaum
    Gemeinschaft inklusive

    70 Menschen jeden Alters ziehen sukzessive auf das ehemalige LPG-Gelände.

     | Foto: Eric Birnbaum


    Hof Prädikow ist ein gutes Beispiel für eine alternative Besitzer-Struktur zur Vermeidung von Spekulation: 2016 kaufte die Stiftung trias das Gelände einem Privatbesitzer ab und übergab es per Erbbaurecht an die Mietergenossenschaft Selbstbau. Die Satzung der Stiftung verbietet das Gelände wieder zu verkaufen. Zudem ist im Erbbaupachtvertrag festgelegt, dass der Hof ausschließlich für gemeinschaftliches Wohnen & Arbeiten sowie gemeinwohlorientierte Projekte genutzt werden darf.

     - Foto: Martje Schreier
    Für Einheimische und Zuziehende langfristig gesichert

    Die ehemalige Hachschara-Stätte in Brandenburg

     | Foto: Martje Schreier


    Auf dem großen Gelände einer ehemaligen jüdischen Bildungsstätte ist ein Wohnprojekt entstanden, das Teilhabe mit Zukunftsfähigkeit verbindet.

    Eigentümer*innen des Grund und Bodens sind die Stiftung trias und die Terra Libra Immobilien GmbH (Stiftung Edith Maryon), die das Projekt mit seinen gemeinwohlorientierten Zielen unterstützen. Die GmbH ist die Besitzer*in aller Gebäude, der Verein, in dem alle Bewohner*innen Mitglieder sind, ist alleiniger Gesellschafter. Diese Konstruktionen bewirken, dass das Gelände für die Zukunft gesichert ist und nie wieder gewinnbringend verkauft werden kann.

    Perspektiven für Um- und Nachnutzung

    Alte Gutshäuser, Resthöfe und Gasthäuser sind begehrte Objekte für Menschen, die Projekte im ländlichen Raum realisieren wollen. Daneben gibt es aber auch scheinbar schwer zu vermittelnde Fälle, die gerne als Schrottimmobilien abgestempelt werden. Was auf den ersten Blick als uninteressant und hoffnungsloser Fall erscheint, birgt oft ungeahnte Potenziale. Für viele Akteur*innen sind genau diese vergessenen oder verfallenen Gebäude interessant. Hier sind der kreativen Freiheit keine Grenzen gesetzt und Räume können völlig neu gedacht sowie den Bedürfnissen angepasst werden.

    Ein Blick von außen kann zudem helfen, Potenziale zu identifizieren und ungeahnte Nutzungen aufzuzeigen. Selbstverständlich ist und bleibt die Entwicklung einer komplexen Immobilie eine Herausforderung. Doch sind alle Parteien gewillt, diese anzunehmen, können auch komplexe ortsbildprägende Gebäude reaktiviert werden.

    Erstmal muss man die Bestände erfassen, um zu wissen, wie viel Schrott man so hat und wo dieser Schrott rumliegt. Leute von außen mit einer anderen Perspektive erkennen eher wie viele "ungehobene Schätze" es darunter gibt.

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    Jan Hufenbach /

    Raumpioniere Oberlausitz

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    Wie schön niedrigschwellige Sanierung gelingen kann, zeigt dieser Konzert- und Proberaum. | Foto: Diego Castro

    Ein 20 Jahre leerstehender Bahnhof wurde zum Wohnort, Gästehaus und Proberaum für überregionale Musikresidenzen umgebaut.

    Nach 20 Jahren Leerstand traute sich ein Berliner Architektenpaar, den ehemaligen Bahnhof in Annahütte zu sanieren. Der Bahnhof liegt auf einem etwa ein Hektar großen Grundstück am Rande des Dorfes. In den neunziger Jahren wurde der Zugverkehr eingestellt, die Häuser standen seitdem leer und wurden von 2016 - 2018 umgebaut. Das Dorf hat seinen Backstein-Arbeitersiedlungs-Charme erhalten können, weil es lange nicht sicher war, ob hier noch Braunkohle abgebaut werden sollte. Hier finden nun Musiker Ruhe und Zeit, um sich ihrer kreativen Arbeit zu widmen. Geplant als Retreat für Kreativschaffende, entwickelt sich der Musikbahnhof mehr und mehr zum Treffpunkt für Tagesaktivitäten mit Menschen aus der Region und das Architektenpaar widmet sich vermehrt den Themen Dorf- und Regionalentwicklung.

    Durch engagierte Menschen und einen experimentierfreudigen Besitzer ist eine marode Riesenimmobilie zum regionalen Leuchtturm geworden.

    Zu teuer zum Abreißen und scheinbar ungeeignet für neue Nutzungen geriet das Areal am Stadtrand aus dem Blick der Stadtpolitik. Dann begann eine Gruppe kulturinteressierter Görlitzer das Gelände für ihre Veranstaltungen zu nutzen und fand im Besitzer, dem Betreiber einer niederländischen Kühlhauskette, einen wichtigen Unterstützer.
    Ohne Renditeziele ermöglichte er eine Stelle zur gezielten Entwicklung des Geländes und beteiligte sich an den Kosten zur niedrigschwelligen Sanierung.

    Nachhaltigkeit

    Dem Gebäudesektor sind 14 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland unmittelbar zuzuordnen. Leerstand wiederzubeleben birgt enormes Potenzial, da die Umnutzung bestehender Gebäude die CO2-Ausschüttung ge- genüber einem Neubau massiv einspart – gerade im Hinblick auf die gebundene „Graue Energie“ (bezeichnet die gesamte Energie für Herstellung, Transport, Ver- arbeitung Verkauf und Entsorgung eines Gebäudes. 

    “Kompakte Bestandsbauten verdienen eigentlich schon durch ihre bloße Nachnutzung ein Öko-Siegel, weil in ihnen sehr viel graue Energie steckt. Beim Abriss geht diese Energie verloren.”

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    Lars Scharnholz / Geschäftsführer

    Institut für neue Industriekultur (INIK)

    Viele Projekte streben hohe Standards an und sehen sich als Experimentierräume mit Vorbildfunktion, um neue, besonders umweltfreundliche Materialien und Sanierungsmethoden erproben zu können. Wissensaustausch und -transfer spielen hierbei eine große Rolle und tragen diese neu gewonnene Expertise in die Region. Bei einigen Projekten geht das Energiekonzept sogar über die Entwicklung des eigenen Areals hinaus: Hier werden gemeinsam mit dem Dorf übergreifende Konzepte und Strategien zur Energiegewinnung und -nutzung erarbeitet und umgesetzt.

    “Es ist politisch eine Mogelpackung zu sagen “Wir müssen neu bauen”. Das nachhaltigste ist letztendlich nicht Neubau, sondern Umnutzung und Sanierung.”

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    Klemens Reimann /

    Bauamt Angermünde

     - Foto: Stefan Korte

    Viel Raum für Kunst und Nachhaltigkeit

     | Foto: Stefan Korte
     - Foto: Tim Haber

    Ein regionaler Anziehungspunkt

     | Foto: Tim Haber


    Das ehemalige Heizkraftwerk erzeugt noch immer Wärme und Energie. Jedoch wurde der kommunale Leerstand zu einem internationalen Kunst- und Kulturort entwickelt.

    Ein internationales Künstlerpaar hat mit dem E-Werk in Luckenwalde eine Vision umgesetzt. Ein stillgelegtes Braunkohlekraftwerk wurde aufwändig repariert und zu einem nachhaltigen Holzhackschnitzel-Blockheizkraftwerk umgebaut. Für diese Problemimmobilie eine Nachnutzung zu finden, wäre ansich schon Meisterleistung genug gewesen. Nun wird das Gebäude nicht nur 100% autark und nachhaltig betrieben, sondern bietet darüber hinaus Luckenwalde seinen Ökostrom an. Heute gilt das E-Werk Luckenwalde als international renommierter Veranstaltungsort für Kunst und Kultur. Diverse Räume, Ateliers und Werkstätten stehen hier zur Verfügung, in denen - neben Kunst - auch nach wie vor Werkzeuge zum Betreiben des E-Werks selbst hergestellt werden. Auch die künstlerischen Inhalte haben Energie und Nachhaltigkeit zum Thema. Das E-Werk setzt sich zudem stark für aktiven Wissensaustausch ein.

     - Foto: Lena Heiß

    Am Beispiel des Weltackers erfahren Besucher*innen viel über ökologischen Anbau und Ernährung.

     | Foto: Lena Heiß


    Die Höfegemeinschaft Pommern konnte durch die BioBoden Genossenschaft ihre Böden für die ökologische Landwirtschaft sichern. Der Betrieb ist seither gut in der Region integriert, höhere Bio-Standards wurden erreicht und dazu Menschen aus den umliegenden Orten beschäftigt. Zusätzlich bietet die Höfegemeinschaft Pommern auch Veranstaltungen rund um das Thema Landwirtschaft und Nachhaltigkeit für Unternehmen und Bildungseinrichtungen an. Ihr Fokus liegt auf regem Austausch mit und Einbindung von Bewohner*innen vor Ort, die Wissen zu Landwirtschaft haben.

    Sichtbarkeit und Standortmarketing

    Akteur*innen gemeinwohlorientierter Projekte beschreiten gerne neue Wege und sind daher experimentierfreudig. Nicht selten entstehen Leuchtturmprojekte, welche im internationalen Austausch inspirieren und Ihren Ort zum Vorbild machen. Dies verbessert das Standortmarketing, wovon auch bestehende Projekte, Initiativen und Gewerbe in Ihrer Gemeinde profitieren. Mediale Aufmerksamkeit, die Entwicklung neuer touristischer Angebote und weitere Unternehmensansiedlungen können positive Nebeneffekte Ihres Engagements sein. Durch die Vernetzung mit anderen Projekten können Sie engagierte Menschen für Ihren Ort begeistern, einen wünschenswerten Zuzug generieren und regionale Netzwerke stärken. Klassische Rückkehrer*innen-Initiativen werden dabei ergänzt durch Standortmarketing-Kampagnen, regionale Netzwerke und Austauschformate zwischen Zugezogenen und Einheimischen.

    Es ist ein langer Weg. Aber wir merken, dass wir langsam durch die Projekte und unser Marketing bekannter werden und Kontakte knüpfen können. Es ist enorm wichtig zu zeigen, dass wir ein attraktiver Standort sind.”

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    Karsten Eule-Prütz / Bürgermeister

    Herzberg (Elster)

    Auch Bürger*innen aus anderen Orten merken an den Gebäuden, dass etwas passiert in Wiesenburg. An diesen prägenden Gebäuden kann man eine Entwicklung ablesen, deswegen ist es so wichtig, sie zu entwickeln.

    Die Webseite sammelt besondere Orte in Sachsen-Anhalt und präsentiert sie so als offene Region für Kreativschaffende.

    Pop-Up Formate wie der „Summer of Pioneers“ holen engagierte Digitalarbeiter*innen für ein halbes Jahr aus Metropolen in Kleinstädte wie zum Beispiel Wittenberge. Ihre Ideen und Aktionen erzeugen mediale Aufmerksamkeit und bringen die Stadt als lebenswerten Wohnort ins Gespräch. In Wittenberge ist als Nachfolger des „Summer of Pioneers“ die Initiative der „Elblandwerker“ entstanden. Das junge Netzwerk hilft dabei, sich in der Prignitz anzusiedeln, sich zu vernetzen und gemeinsam Ideen und Projekte in und für die Region zu verwirklichen.

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    Foto: Johanna Keller

    Neue Kompetenzen und Handlungsspielräume

    Neben den vielen Potenzialen für Ihre Region und die lokale Gemeinschaft bringt der Prozess auch Mehrwerte für Verwaltungen und Eigentümer*innen selbst mit sich. So komplex die Abläufe sind, so viele neue Einblicke in Themen, Menschen und ihre Lebenseinstellung, aber auch Arbeitsabläufe und Wissen werden Ihnen zwangsläufig begegnen.

    Für viele besonders kleinstädtische Verwaltungen ist hier der hohe Grad an Mitbestimmung im Bereich der Projektentwicklung und -gestaltung hervorzuheben. Der Prozess kann, im Vergleich zur herkömmlichen Immobilienentwicklung, ganz bewusst auch inhaltlich gesteuert werden, Schnittstellen und Kooperationen zwischen den einzelnen Fachbereichen arbeiten dabei stärker zusammen. Die Bestandsentwicklung mit den Instrumenten der Konzeptvergabe und Anhandgabe ist eine flexibel zu gestaltende Plattform für den Austausch zwischen Gemeindevertretung und Bürger*innen. Durch die Zusammenarbeit mit Gruppen können Kommunen größere Projekte auch ohne finanzielle Zuschüsse vom Land stemmen.

    Eigentümer*innen können aktive und gestaltende Teilnehmer*innen in der Regionalentwicklung werden, im selben Zug unternehmerisches Handeln für sich entdecken und es mit sozialem und gemeinwohlorientiertem Denken zusammenbringen. Sie finden einen Zugang zur Kunst-, Kultur- und Kreativbranche und viele neue Kontakte und Begegnungen mit kreativ anpackenden Menschen.

    Selbstwirksamkeit als Eigentümer*in

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     - Foto: Kühlhaus Görlitz e.V.
    Hans van Leeuwen / Eigentümer

    Kühlhaus Görlitz