Das ländliche Engagement und seine Orte

Digitale Orte, Coworking, Dritte Orte, Immovielien, Kreativorte, Zukunftsorte, Lernorte, Impulsorte...

In 2017 haben wir erste Projekte mit kreativen Ideen und frischen Impulsen für die ländlichen Regionen zusammengetragen. Wir nennen diese Orte Kreativorte, weil Sie sich in unterschiedlicher Weise für die Region einsetzen und oft von Menschen der Kultur- und Kreativwirtschaft betrieben werden. Ob Coworking Space, modernes Retreat-Hotel, Makerbahnhof, soziokulturelles Zentrum oder Kulturscheune. Mittlerweile gibt es eine große Bandbreite von ländlichem Engagement von alten und neuen Bewohner*innen jenseits der Metropolen. Was uns besonders freut - die Zahl der Projekte und engagierten Menschen wächst deutschlandweit. Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag für die ländliche Entwicklung. 

Ein Blick in unser Netzwerk Freundebuch bietet eine erste Orientierung.

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Überblick über Impuls-Netzwerke
In ländlichen Räumen entstehen immer mehr schlagkräftige Projekte, die positive Entwicklungsimpulse in ihr Umfeld senden. Es sind Impulsorte, Immovielien, ­Lernorte, ­Coworking Spaces, Sozialunternehmen, Kreativ- und ­Zukunftsorte. Zu ihrer Unterstützung haben sich Netzwerke gegründet, die ihre ­Anliegen vertreten, ihr Wissen weiter tragen und ihr ­Wirken verstärken. 

Das Netzwerk Zukunftsorte hat zum Überland Festival 2020 die zu dieser Zeit aktivsten Impulsort-­Netzwerke zusammengetragen.

Freundebuch Impulsorte Netzwerke →

Was sind Kreativorte?

Kreativorte sind die "bunte Tüte". Sie haben eine sehr breite Wirkung und Ausprägung. Vom Kulturzentrum zum Coworking Space, vom besonderen Teamretreat zum lokalen Kulturhotspot. Sie leisten einen wichtiger Beitrag für die lokale Lebensqualität und sind sehr vielfältig. Wir können nur einen Ausschnitt der Kreativorte zeigen und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn wir diese Orte nicht zeigen würden, wäre das Bild einfach nicht komplett. Zudem gibt es eine Vielzahl weiterer Portale und Netzwerke, die solche Orte mit regionalen oder thematischen Schwerpunkten zeigen. Ein Blick in unser Netzwerk Freundebuch bietet eine erste Orientierung.

Was sind Zukunftsorte?

“Zukunftsorte” sind Orte, die Wohnen und Arbeiten vereinen. Sie nutzen Leerstand im ländlichen Raum um und entwickeln vor Ort neue Lebens- und Arbeitsmodelle, sowie Offene Treffpunkte. 

Lebensqualität und ein gutes Arbeitsumfeld lassen sich nicht einfach planen und herstellen. Sie entwickeln sich durch intrinsisch motivierte Menschen, die mit Kreativität und Know-How aufbauen, was sie selbst brauchen und wichtig finden: eine Dorfkneipe, Seminarräume, einen Lebensmittelladen, regionales Gemüse, Carsharing-Angebote, eine KiTa. Vor Ort initiieren und unterstützen die Akteure neben neuen Wohnformen auch gewerbliche, soziale und kulturelle Angebote, die bereits bestehende Angebote ergänzen. Voraussetzung ist, dass Macher*innen vor Ort Wohnen und sich aktiv mit Nachbarschaft, regionalen Akteuren, Strukturen und der Verwaltung vernetzen. Durch die Verbindung ländlicher und urbaner Lebens- und Arbeitskultur entstehen Impulsorte, die weitere Menschen inspirieren und anziehen. 

Das Ergebnis ist gemeinschaftliches Wohnen, regionales Engagement, Impulse für die Weiterentwicklung ländlicher Gebiete. Es sind Menschen mit Gründergeist, Unternehmer*innen, Macher*innen. Frischer Wind!

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Die 4 wichtigsten Kriterien der Zukunftsorte

Um Projekte mit besonders großer Impulskraft zu identifizieren und in unser Netzwerk aufzunehmen haben wir folgende Kriterien definiert:

In Ostdeutschland gibt es in zahlreichen Orten leerstehende Gebäude, die weder bewohnt sind noch anders genutzt werden. In den Augen der Anwohner*innen stehen sie symbolisch oft für die Regression eines Ortes, für die Kommunen bedeuten sie zusätzliche Kosten. In Zeiten räumlicher Verknappung in den Städten verstehen wir Leerstand als Potenzial, welches es zum Wohle der ländlichen Bevölkerung zu nutzen gilt.

Unter Leerstand mit Zukunftsorte-Potenzial verstehen wir:

  • größere leerstehende Gebäude und brachliegende Flächen im Ortsinnenbereich (Landwirtschafts-und Industriebrachen, Höfe, Mehrfamilienhäuser sowie Gebäude, die ehemals wichtige Infrastruktur und Angebote für den Ort beherbergten), sowohl in kommunaler als auch in privater Hand.
  • ungenutztes Brachland in zentraler Ortslage, welches mit alternativen Gebäuden (Tinyhouses, Container, etc.) bespielt werden kann, die wohnen, arbeiten und soziale Treffpunkte beherbergen.
  • Gebäude mit ungeklärten Eigentumsverhältnissen und Spekulationsobjekte: hier setzten wir uns für rechtliche Rahmenbedingungen ein, die es ermöglichen, auch solchen Leerstand in eine Nutzung zu überführen.

Ländliche Räume brauchen Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt vor Ort haben (und ihren Wohnort mitgestalten) und auch vor Ort arbeiten (anstatt in die Stadt zu pendeln). Darum unterstützen wir die Entwicklung von Wohn- und Arbeitsprojekten.

Unter Wohn- und Arbeitsprojekten im Sinne der Zukunftsorte verstehen wir:

  • Projekte, welche in unterschiedlicher Ausprägung sowohl ständiges als auch temporäres Wohnen ermöglichen, häufig gemeinschaftlich organisiert.
  • Projekte, deren Akteuren zum Großteil mit Erstwohnsitz im Projekt selbst oder im Umkreis von max. 10 km Entfernung wohnen.
  • Projekte, die Arbeiten vor Ort entweder durch die Entwicklung aller Arten von Gewerbe oder durch das Bereitstellen von Arbeitsplätzen (Coworking), Lern- oder Seminarräumen ermöglichen.

Ländliche Räume brauchen Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt vor Ort haben (und ihren Wohnort mitgestalten) und auch vor Ort arbeiten (anstatt in die Stadt zu pendeln). Darum unterstützen wir die Entwicklung von Wohn- und Arbeitsprojekten.

Unter Wohn- und Arbeitsprojekten im Sinne der Zukunftsorte verstehen wir:

  • Projekte, welche in unterschiedlicher Ausprägung sowohl ständiges als auch temporäres Wohnen ermöglichen, häufig gemeinschaftlich organisiert.
  • Projekte, deren Akteuren zum Großteil mit Erstwohnsitz im Projekt selbst oder im Umkreis von max. 10 km Entfernung wohnen.
  • Projekte, die Arbeiten vor Ort entweder durch die Entwicklung aller Arten von Gewerbe oder durch das Bereitstellen von Arbeitsplätzen (Coworking), Lern- oder Seminarräumen ermöglichen.

Zukunftsorte werden nicht selten von städtisch geprägten Menschen initiiert und entwickelt. Seien es Rückkehrer mit Stadt-Sozialisation oder Städter, die auf’s Land ziehen. Sie bringen eine urbane Kultur mit, die Bewohnern auf dem Land oft fremd ist und Widerstand hervorruft. Beide Kulturen – die städtische und die ländliche – können jedoch voneinander profitieren, wenn sie sich zusammentun um gemeinsam etwas Neues zu entwickeln. Darum bestärken und unterstützen wir die Zukunftsorte gemeinsam mit regionalen Initiativen darin, städtische und ländliche Akteure von Beginn an in gemeinsamen Aktivitäten, Projekten und Orten zusammen zu bringen.

Unter Stadt-Land-Integration verstehen wir:

  • Eine offene, wertschätzende Haltung der Akteure und gezielten Austausch und Zusammenarbeit mit lokalen Anwohnern
  • Aufbau neuer oder zusätzlicher gewerblicher, sozialer und kulturelle Angebote vor Ort: passend, zugänglich und leistbar auch für das lokale Umfeld
  • Eröffnung neuer Offener Treffpunkte und Dritter Orte für Austausch und Lebensqualität vor Ort

Zukunftsorte sind kleine Magneten für Selbstständige, Gründer und Facharbeiter mit ihren Familien. Sie aufzubauen ist nicht einfach und benötigt kompetente Unterstützung. Dafür ist das Netzwerk Zukunftsorte da.

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Philipp Hentschel / Gründer / Netzwerk
Hof Prädikow