Nutzungshistorie

Wie wurde der Ort ursprünglich genutzt? Welche Bedeutung hatte er?

Groß Beuchow, mit einer Siedlungsgeschichte von etwa 3000 Jahren, birgt eine reiche historische Bedeutung. Die Entwicklung des Ortes wurde maßgeblich von verschiedenen Epochen geprägt, darunter die Herrschaftszeit der Gräflichen Familie Lynar von 1746 bis 1945 und später die Ära der DDR mit ihren landwirtschaftlichen Strukturen, insbesondere der LPG.

Mit dem Landware Betrieb wurden bereits mehrere historische und denkmalgeschützte Gebäude im Ort Groß Beuchow erworben, restauriert und einer neuen Nutzung zugeführt. Dabei wurde stets an die historische Nutzung angeknüpft. Konkret handelt es sich um das Schloss Beuchow, das Landwarenhaus und die ehemalige LPG Gärtnerei Groß Beuchow.

Diese Schritte sind ein wesentlicher Teil der Reise zur Schaffung der "Landware Genossenschaft", einem Ort nachhaltigen Lebens und gemeinschaftlicher Landwirtschaft.

Die Bemühungen sind somit nicht nur auf die Schaffung einer blühenden Genossenschaft ausgerichtet, sondern auch auf die Bewahrung und Wertschätzung des kulturellen Erbes von Groß Beuchow.

Zukunftsort-Vision

Was ist geplant? Mit welchen Zielen?

Die Vision der "Landware Genossenschaft" ist es, ein inklusives und nachhaltiges Umfeld zu schaffen, das den Mitgliedern hochwertigen individuellen Wohnraum und Raum zur Selbstverwirklichung bietet. Durch die Verknüpfung von Wohnraum, Gemeinschaftsbereichen, Arbeitsplätzen und eigener Lebensmittelproduktion (und Vertrieb dieser Produkte) strebt das Projekt an, die Bedürfnisse der Mitglieder auf verschiedenen Ebenen zu erfüllen. Das Projekt ist angetrieben von dem Wunsch, eine lebendige Gemeinschaft zu etablieren, in der Nachhaltigkeit, Zusammenarbeit und individuelle Entfaltung im Mittelpunkt stehen.

Stand der Dinge

Wie weit ist das Projekt in der Umsetzung? Welche Hürden gibt es?

Unter dem Dach der Dachmarke "Landware" sind verschiedene Einheiten aktiv, darunter das Landwarenhaus, das die Initialzündung für die Idee bildete, und die neu etablierte Gärtnerei auf dem ehemaligen Gelände der DDR LPG Gärtnerei. Die Gesamtfläche umfasst etwa 15.000 m2, wovon rund 4.000 m2 als Beetflächen genutzt werden. Auch das zukünftige Wohnhaus der Genossenschaft, das Inspektorenhaus, sowie ein historischer Hof mit Wohngebäuden sind Teil von Landware.

Die Bereiche Landware Gärtnerei und Wohnhaus werden in die zu gründende Genossenschaft überführt. In der Gärtnerei werden nach Konzepten des Market Gardening auf 4.000 m2 Beeten und in einer modernen Vertical Tower Farm Gemüse und Früchte angebaut. Zudem wurden bereits eine 30 kWp Photovoltaikanlage und ein 35 kWel Holzvergaser-Blockheizkraftwerk installiert, das CO2-neutralen Strom und Wärme für die Gärtnerei und die Gebäude produziert

Dennoch bestehen noch einige Herausforderungen. Die Gemeinschaft und potenzielle Mitglieder, die Anteile übernehmen und die Zukunft aktiv mitgestalten möchten, müssen noch gewonnen werden. Ebenso ist die Finanzierung für die Renovierung und den Umbau der Wohnungen im Inspektorenhaus und dem alten Hof noch zu klären. Die erfolgreiche Umsetzung des Projekts hängt daher von der Beteiligung und Unterstützung der Gemeinschaft und potenzieller Mitglieder sowie von der sicheren Finanzierung dieser Restaurierungsarbeiten ab.

Regionale Impulse

Seit Projektbeginn sind bereits vier Personen aufgrund der betrieblichen Aktivitäten in die Region gezogen und arbeiten nun vor Ort. Das Projekt schafft Arbeitsplätze, integriert verschiedene Gewerbe wie Schloss Beuchow und das Landwarenhaus, und erweitert landwirtschaftliche Flächen für verschiedene Aktivitäten. Es gibt bereits bestehende und geplante Angebote für die Gemeinschaft, wie Besuche auf Farmen, Workshops, kulturelle Veranstaltungen und Bildungsprogramme zu nachhaltigen Lebensweisen. Die Genossenschaft strebt eine enge Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft an, um Arbeitsplätze zu schaffen, die lokale Wirtschaft zu stärken und den Zusammenhalt in der Region zu fördern.

Die Landware Genossenschaft verfolgt auch das Ziel, mit positiven Beispielen zu zeigen, dass es sich lohnt, alte ländliche Strukturen aufzugreifen und mit einem historischen Kontext die Zukunft zu gestalten. Dies bedeutet, dass das Projekt nicht nur auf die Schaffung von wirtschaftlichen und sozialen Impulsen abzielt, sondern auch darauf, die Identität und den kulturellen Reichtum der Region zu bewahren und zu stärken.

Durch die Wiederbelebung und Neugestaltung historischer Orte wie dem Schloss Beuchow und der Integration von traditionellem Handwerk und landwirtschaftlichen Praktiken in moderne Aktivitäten können neue Perspektiven geschaffen werden.

Das Projekt demonstriert, wie die Verbindung von Tradition und Innovation dazu beitragen kann, das Erbe einer Region zu würdigen und gleichzeitig auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Gegenwart und Zukunft einzugehen. Dies kann nicht nur die Gemeinschaft vor Ort inspirieren, sondern auch andere ländliche Regionen ermutigen, ähnliche Initiativen zu entwickeln, um ihre eigenen Potenziale zu entfalten und einen nachhaltigen Weg in die Zukunft zu gestalten. Insgesamt trägt die Landware Genossenschaft nicht nur zur regionalen Entwicklung bei, sondern fungiert auch als Vorbild für den erneuerbaren Wert von ländlichen Gemeinschaften.

Beratung durch das Netzwerk

Bei welchen Themen sucht das Projekt am ehesten Unterstützung durch das Netzwerk Zukunftsorte?

  • Gesellschaftsform / Gründung

  • Netzwerkaufbau

  • Kommunikationsstrategien und -mittel

  • Finanzierungsmöglichkeiten und -strategien

  • Rechtliche Beratung

  • Gemeinschaftsbildung und -aufbau

  • Potenzielle Interessenten und Mitglieder